Haltung und Zucht der Algengarnele, Caridina spec. (ähnlich cantonensis).
Die Haltung der kleinbleibenden Zwerggarnelen ist denkbar einfach. Schon Aquarien ab 12 Liter Volumen reichen für die erfolgreiche Haltung und Zucht
aus. An die Wasserwerte werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Die Haltung bei leicht sauren pH-Werten um 6,5 und einer Gesamthärte bis gH 8 hat sich bei den von mir gehaltenen Arten bewährt. Dabei werden
nach
Berichten niedrigere pH-Werte besser toleriert als Werte über pH 8. Es gibt auch Berichte über die erfolgreiche Pflege in hartem Wasser um gH 20. Eins ist aber immer zu beachten: Alle Zwerggarnelenarten reagieren sehr
empfindlich auf die geringsten Spuren von Kupfer im Wasser. Wer also Kupferleitungen im Haus hat bzw. einen Durchlauferhitzer verwendet, muss auf jeden Fall vor dem Wasserwechsel
das Leitungswasser, das längere Zeit im
Rohr gestanden hat, erst ablaufen lassen. Somit dürfen auch Kupfer enthaltende Medikamente nicht in Garnelen-Aquarien verwendet werden. Bei der Wassertemperatur gilt, lieber etwas kälter als zu warm, d.h. die Temperatur
sollte bei den meisten Arten so zwischen 23°C und 25°C liegen.
Temperaturen über 25°C führen z.B. bei Algengarnelen zum Einstellen der Vermehrung. Die Einrichtung des Aquariums sollte
mit etwas Holz und vielen Pflanzen, insbesondere Javamoos, erfolgen. Der Bodengrund kann aus feinem Kies bestehen, was
den Vorteil hat, dass der Mulm nicht zwischen die Steine fällt. Als Filter empfiehlt sich
ein Mattenfilter mit Luftbetrieb, der die Junggarnelen nicht absaugt und außerdem das Wasser noch mit Sauerstoff anreichert.
Vergesellschaftung
Die Garnelen lassen sich sehr gut mit Harnischwelsen der Gattung Ancistrus vergesellschaften. Die Ancistrus stellen den
kleinen Garnelen nicht nach und die Garnelen scheinen sich auch vom Kot der Ancistrus bzw. von den Kot fressenden Kleinstlebewesen zu ernähren. Des weiteren ist eine Vergesellschaftung mit allen anderen Fischen möglich,
die den Garnelen nicht nachstellen. In einem gut bewachsenen Aquarium kommt dann immer noch etwas Garnelennachwuchs durch. Dabei sei allerdings erwähnt, dass die Garnelen recht scheu werden können, wenn sich hektisch
schwimmende Fische wie Lebendgebärende im Aquarium befinden.
Futter
Es sollte abwechslungsreich gefüttert werden, d.h. gutes Flocken- bzw. Granulatfutter, gefrorene Cyclops und Algen. Des
weiteren sollte man regelmäßig eingeweichte Blätter von z.B. Eichen und Buchen anbieten, die gern gefressen werden und zur Vermeidung von Häutungsproblemen helfen. Man verwendet keine frischen Blätter, sondern nimmt
getrocknetes Laub, das
man im Herbst und Winter sammelt.
Zucht
Wir unterscheiden zwei Fortpflanzungstypen: den spezialisierten und den primitiven Typ. Diese Algengarnelen
gehören zum spezialisierten Fortpflanzungstyp.Die lebend geborenen Junggarnelen gehen sofort nach ihrer Geburt
auf dem Boden auf Nahrungssuche. Sie sind nach 3-4 Monaten bereits fortpflanzungsfähig und erreichen eine
Grösse von etwa 25 mm.
In diesem Artikel möchte ich allerdings auf meine Erfahrungen mit der Haltung und Zucht von Zwerggarnelen des spezialisierten Fortpflanzungstyps eingehen:
Garnelen des spezialisierten Typs bringen nach einer Tragzeit von drei bis vier Wochen meist
20 bis 30 fertig entwickelte Junggarnelen zur Welt, die Miniaturausgaben ihrer Eltern sind.
Die kleinen Garnelen sind je nach Art 1,5 bis 2 mm groß und sind relativ leicht mit feinstem Futter aufzuziehen.
In alt eingerichteten Aquarien finden die kleinen Garnelen meist so viel Futter, dass nicht mehr gezielt
zugefüttert werden muss. Sehr gut bewährt hat es sich, den Aquarienfilter in einem Eimer in Aquarienwasser auszuwaschen
und Teile des sich absetzenden Schlamms wieder ins Aquarium zu geben. Bei dem Schlamm handelt es sich
nicht um reinen Fischkot, sondern um sich zersetzendes organisches Material und Mikroorganismen. Beim
Verfüttern wird man merken, dass sich die kleinen Garnelen wie eine wilde Meute auf diesen Haufen "Dreck"
stürzen. Ja nach Art sind die Garnelen mit 3-4 Monaten geschlechtsreif