Caridina gracilirostris, die rote Nashorngarnele.
Nashorngarnelen und andere
sehr attraktive Zwerggarnelen sind inzwischen im Handel wiederholt zu bekommen und sollten auch vermehrt nachgezogen werden. Jeder Erfolgsbericht bringt uns einen Schritt weiter, die bisherigen Probleme zu mindern.
Man verwende ein mindestens 20 ltr. grosses Aquarium mit einer Abdeckung. Ein Heizstab sollte die Wassertemperatur stabilisieren. Eine Luftpumpe mit einem Sprudelstein wird benötigt.
Das Zuchtaquarium sollte beleuchtet werden. Ein Vorrat an Liquifry als Futter sollte vorhanden sein. Eine Gruppe von Nashorngarnelen sollte im Hauptaquarium gehalten werden.
Eine Mischung von Meersalz sollte gelagert werden. Ein Hydrometer zur Salzgehaltbestimmung ist erforderlich.
Die Zucht der Roten Nashorngarnele. (Übersetzung Gerd Voss)
Richte einen
Zuchtbehälter so ein als würdest Du ein Fischaquarium einrichten. Ich habe einen Durchlüfter direkt unter die Wasseroberfläche gesetzt. Ich hatte schon vorher beobachtet, dass die Larven durch zu starke Wasserbewegung
plötzlich wieder verschwunden waren. Es war schwierig festzustellen, ob die Larven bei Wasserbewegung zur Seite sprangen oder ob es einfach gefährlich für sie war. Wenn der Ausströmerstein direkt unter der Wasseroberfläche
liegt wird die Wasseroberfläche damit belebt, es wird aber die Möglichkeit vermindert, dass Larven verletzt werden. Somit konnte ich auch damit aufhören den Lüfterstein immer wieder in eine andere Position zu bringen.
Anfangs hatte ich nur 2-3 Garnelen im Aquarium, somit war ein Wasserwechsel nicht erforderlich. Anstatt dessen fügte ich einen Ballen Javamoos in das Aquarium. Ein Wasserwechsel ist trotzdem von Vorteil, ich hatte aber
nie Zeit genug dafür. Ein Bodengrund wurde nicht verwendet. Belasse die Nashorngarnelen solange im Hauptbehälter bis die Geschlechter eindeutig unterschieden werden können und bis das oder die ersten Weibchen Eier
tragen. Sobald ein tragendes Weibchen erkannt wird sollte man es in den Zuchtbehälter überführen. Man kann aber auch ein Pärchen in den Zuchtbehälter
setzen und abwarten. Ich habe beides versucht. Sobald das Weibchen Eier trägt sollte das Männchen entfernt werden. Jetzt sollte das Javamoos entfernt werden. Wenn die Larven schlüpfen kann das Javamoos kaum entfernt
werden, ohne dass man Larven mit entnimmt. Kontrolliere das Weibchen jetzt täglich denn sie trägt die Eier nicht sehr lange. Bei meinem letzten Versuch trug das Weibchen die Eier nur 11 Tage.
So bald jetzt die Eier geschlüpft sind sollte das Weibchen entfernt werden. Jetzt sollte das Licht eingeschaltet bleiben, damit sich durch Algenwuchs eine Nahrungsreserve aufbaut.
Die Salinität.
Jetzt sollte das Süsswasser langsam aufgesalzen werden. Ich habe als Endziel 1024 geplant. Der Aufsalzungsprozess verläuft nach einem bestimmten Plan. Ich entnehme Wasser aus dem Zuchtbehälter und füge Salzwasser langsam
hinzu. Die Auflösung und Zubereitung des Salzwasser verläuft nach Herstellerangaben des Salzlieferanten.
|
Anzahl der Tage
|
Salinität an dem Tag
|
Ereignis
|
|
1. Tag
|
0
|
Süsswasser
|
|
11
|
2
|
Eier schlüpfen
|
|
12
|
4
|
|
|
13
|
6
|
|
|
14
|
7
|
|
|
15
|
8
|
|
|
16
|
11
|
|
|
18
|
14
|
|
|
21
|
15
|
|
|
22
|
16
|
|
|
23
|
17
|
|
|
24
|
18
|
|
|
26
|
19
|
|
|
30. Tag
|
24
|
Volle Salinität
|
|
62
|
20
|
|
|
69
|
18
|
|
|
70
|
14
|
|
|
72
|
12
|
|
|
73
|
10
|
|
|
75
|
8
|
|
|
81
|
6
|
|
|
89
|
4
|
|
|
102
|
2
|
|
|
114. Tag
|
0
|
Süsswasser
|
|
Es entspricht die 24 = Aerometer Skalenwert 1024 = 24 Gramm Meersalz / ltr. Wasser.
Beachte bitte, dass manche Sprünge aufgrund von Zeitmangel entstanden sind. Der Anstieg und die Zeit sind jedoch nicht so
sehr kritisch und führen nicht zu Ausfällen. Sobald die gewünschte maximale Salinität erreicht ist sollte man die Larven beobachten, ob diese ihre Umwandlung zum bentischen Stadium vollzogen haben. Es ist deutlich
zu erkennen, dass die Larven schwimmen und auch schon mal Kontakt mit den Seitenscheiben oder dem Boden aufnehmen.
Sobald das Maximum an Salinität erreicht ist sollte man die Larven auf beginnende metamorphose und somit ihrer Umwandlung
zu kleinen Garnelen beobachten. Typisch ist, dass dann die Larven die Wände und den Boden anschwimmen um zu fressen.
Ungewöhnlich wäre es, wenn sich die Larven in einer unteren Ecke des Behälters versammeln und laufend auf- und ab springen.
Sobald die Metamorphose abgeschlossen ist hört das Auf- und Abspringen der Larven auf. Die kleinen Garnelen tippeln dann über
die Oberflächen der Wände und des Bodens. Ihr Benehmen verändert sich und die Beine werden sichtbar. Sobald man sicher ist, dass die Metamorphose vollzogen ist sollte die Salinität verringert werden.
Die Fütterung:
Anfangs habe ich 1-2 Tropfen Liquifry am Tag verfüttert. Sobald die Algen wachsen habe ich mit der Fütterung aufgehört. Es könnte
sein, dass dies das Wachstum der Garnelen beeinflusst hat, manche blieben leider deutlich im Wachstum zurück. Nach der Umwandlung sollte sie so wie andere Garnelen gefüttert werden.
Das Ergebnis:
Ich habe eine Anzahl von etwa 20 bis 30 Garnelen auf diesem Wege gross ziehen können.
Die Rückführung in das Hauptaquarium:
Man kann jetzt die Garnelen entweder in das Hauptaquarium überführen oder sie aber auch in dem Zuchtbehälter belassen. In
einem vorhergehenden Versuch habe ich alle Garnelen in das Hautaquarium überführt, keine hat den Vorgang überlebt. Es kann
an dem Innenfilter mit einer zu starken Strömung gelegen haben. Einmal konnte ich eine Garnele in der Strömung am Pumpenausgang beobachten, sie hat es nicht überlebt. Jetzt bin ich dazu
übergegangen die Garnelen solange im Aufzuchtbehälter zu belassen bis sie erwachsen sind.
Bericht eines Kanadischen Züchters, Übersetzung Gerd Voss.
|
Eine weitere Übersetzung von Werner Klotz: Die Wissenschaftler zogen die Tiere in Brackwasser mit 15 ppt Salzgehalt auf. Als bestes Futter für die Larven erwies sich ein in den USA kommerziell erhältliches
Flüssigfutter, welches eine Kombination aus mehreren Algenarten enthält und primär für niedere Tiere in Meerwasserbecken entwickelt wurde. Leider ist dieses Futtermittel in Europa noch nicht erhältlich, es wäre
möglicherweise auch für die Nachzucht anderer Arten mit planktonischen Meerwasserstadien hilfreich. Als Knackpunkt bei der Nachzucht von C. gracilirostris erwies sich weiters die Umstellung der Jungtiere auf das
Süßwasser. Wenn die Junggarnelen nach der Metamorphose von den Zoea-Stadien ins postlarvale Stadium welches nach 15-16 Tage erreicht wurde ins Süßwasser gesetzt wurden, überlebten kaum Junggarnelen. Erst nach
etwa 69 Tagen im Brackwasser überlebten die Jungtiere fast ohne Verluste. Die Autoren empfehlen deshalb, den gesamten Zuchtansatz bei 15 ppt Brackwasser zu halten, da auch die erwachsenen Tiere bei diesem Salzghalt
leben können (C. gracilirostris kommt ja in Indien und Indonesien auch überwiegend in den Brackwasserzonen der Mündungsgebiete vor) .
|